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Estera Greek, Chapter 5
1. Artaxerxes, der Großkönig, entbietet den Statthaltern der hundertundsiebenundzwanzig Provinzen vom Indus bis zum Nil samt den Fürsten, die unserm Befehl gehorsam sind, seinen Gruß.
2. Wir befinden, daß viele die Gnade ihrer Fürsten mißbrauchen und von der Ehre, die ihnen widerfährt, so übermütig werden, daß sie nicht allein darauf ausgehen, die Untertanen ihrer Könige zu bedrücken, sondern auch nicht mehr ertragen können, daß ihnen Ehren verliehen worden sind, und deshalb sogar denen Schlingen legen, denen sie alles verdanken.
3. Und sie begnügen sich nicht damit, den empfangenen Wohltaten gegenüber undankbar zu sein und das zu verletzen, was unter Menschen recht und billig ist, sondern sie meinen sogar, sie könnten dem Urteil Gottes entgehen, der doch alles wahrnimmt.
4. Sie betrügen auch arglose Fürsten, um unschuldiges Blut vergießen und diejenigen, die treu und redlich dienen, in alles Unglück bringen zu können.
5. Davon findet man Beispiele nicht allein in den alten Überlieferungen, sondern auch in dem, was sich täglich ereignet, wieviel Unrecht solche ungetreuen Würdenträger in ihrer Verderbtheit anrichten.
6. Uns aber gebührt, darauf zu sehen, daß hinfort Friede im Reich bleibe.
7. Dabei müssen wir je nach den Umständen und Notwendigkeiten des Augenblicks unsere Anweisungen ändern und über das, was uns vor Augen kommt, mit größter Sorgfalt urteilen.
8. So hat nun Haman, der Sohn Hammedathas, ein Mazedonier, der in Wahrheit nicht persischen Blutes ist und daher keinen Anspruch auf unsre Großmut hat, bei uns gastliche Aufnahme gefunden und all die Leutseligkeit erfahren, die wir allen Nationen erweisen, und das so sehr, daß wir ihn unsern Vater genannt haben und er von jedermann als der Erste nach dem König geehrt worden ist. Da ist er so anmaßend geworden, daß er darauf ausging, uns um Königreich und Leben zu bringen.
9. Denn er hat Mordechai, der durch seine Treue und sein Verdienst unser Leben errettet hat, und unsere untadelige Gemahlin, die Königin Ester, samt ihrem ganzen Volk mit einem Netz hinterlistiger Anschläge verklagt, damit sie umgebracht würden. Wenn sie dann beseitigt und wir ohne Stütze wären, gedachte er, auch uns nachzustellen und das Reich der Perser an die Mazedonier zu bringen.
10. Wir befinden aber, daß die Juden, die dieser Erzfrevler töten lassen wollte, völlig unschuldig sind, vielmehr nach gerechten Gesetzen leben und Kinder des höchsten, größten und ewigen Gottes sind, der unsern Vorfahren und uns dies Reich gegeben hat und noch erhält.
11. Darum sollt ihr euch nicht verhalten nach dem Schreiben, das Haman ausgesandt hat.
12. Denn um solcher Untat willen ist er mit seinem ganzen Geschlecht vor den Toren von Susa an den Galgen gehängt worden; und so hat ihm Gott sehr bald vergolten, wie er's verdient hat.
13. Aber dies Gebot, das wir euch jetzt zuschicken, sollt ihr in allen Städten verkünden, damit die Juden frei nach ihren Gesetzen leben können.
14. Und wo man ihnen am Tag ihrer Not, am dreizehnten Tage des zwölften Monats, des Adar, Gewalt antun will, da sollt ihr ihnen beistehen, daß sie sich an eben diesem Tage wehren können. Denn diesen Tag, an dem sie, das, auserwählte Volk, umkommen sollten, hat ihnen der allmächtige Gott zur Freude gemacht.
15. Darum sollt auch ihr neben den andern Feiertagen diesen Tag feiern mit aller Freude, damit er uns und allen, die den Persern treu sind, Heil bedeute, aber denen, die gegen uns Ränke schmieden, eine Mahnung sei an ihren sicheren Untergang.
16. Jedes Land aber und jede Stadt, die dies Gebot nicht halten, die sollen mit Schwert und Feuer vertilgt werden, so daß weder Mensch noch Tier noch Vogel hinfort darin wohnen können, zum warnenden Beispiel, wie Verachtung und Ungehorsam bestraft werden.
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Text source: LUT - The German Lutherbibel 1984. Copyright (c) 1985 by Deutsche Bibelgesellschaft (German Bible Society), Stuttgart. Used by permission.
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